Rückgang bei Schülern mit nichtdeutscher Umgangssprache ist ein Statistik-Schmäh

Rückgang bei Schülern mit nichtdeutscher Umgangssprache ist ein Statistik-Schmäh

30. August 2025 Allgemein 0
Schule

1 Min.

Ein Detail des neuen Bericht des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF), siehe hier, liest sich auf den ersten Blick positiv: Der Anteil an Schülerinnen und Schülern mit nichtdeutscher Umgangssprache steigt nicht weiter. Doch tatsächlich steckt dahinter kein Fortschritt, sondern ein Alarmsignal. Der Grund für den Rückgang ist nicht, dass mehr Kinder und Jugendliche Deutsch im Alltag verwenden – sondern dass viele nach der Pflichtschule aus dem Bildungssystem verschwinden.

Besonders deutlich wird das in den höheren Schultypen. Während in Volks-, Mittel- und Sonderschulen der Anteil weiter wächst, sinkt er in Berufsschulen, BMS, BHS und AHS spürbar. An Berufsschulen fiel er von 19 auf elf Prozent, an den BMS von 30 auf 22, an den BHS von 22 auf 17 und an den AHS von 22 auf 20 Prozent. Die Statistik schrumpft also nicht, weil die Integration gelingt, sondern weil viele Jugendliche den Anschluss verlieren.

Wachsendes Integrationsproblem

Das bestätigt auch die Abbruchquote: Neun Prozent der Jugendlichen mit nicht deutscher Umgangssprache, die 2020 bereits 14 Jahre alt waren, hatten zwei Jahre später die Pflichtschule noch nicht abgeschlossen – dreimal so viele wie bei Gleichaltrigen mit deutscher Umgangssprache. Besonders betroffen sind Burschen mit elf Prozent.

Die vermeintlich sinkenden Anteile sind daher weniger ein Erfolg, sondern ein Hinweis auf ein wachsendes Integrations- und Bildungsproblem.

Symbolbild: REUTERS/LISA LEUTNER

ℹ️ Dieser Beitrag stammt ursprünglich von blog.at

 

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